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Salus Oculi

 

Cotonou, Benin

"Pflege die Wurzeln, dann kann sich der Baum entwickeln."

Neue Nachrichten von Salus Oculi

Juli 2011:

Gabi Gbegnonvi ist in Steinhagen und berichtet von den derzeit laufenden Aufklärungskampagnen

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Benin ist etwa halb so groß wie die alten Bundesländer und hat im Osten das große Nigeria zum Nachbarn. Im Westen grenzt es an Togo und im Norden hat es gemeinsame Grenzen mit Burkina Faso und dem Niger.
Die Bevölkerung wird auf ca.6,5 Mio. Einwohner geschätzt, von denen knapp 50 % unter 15 Jahre alt sind. Ca. 80 % der Menschen leben von der Landwirtschaft. Der Unterschied zwischen Reich und Arm ist extrem groß - wie in den meisten Entwicklungsländern - und leider beschränkt sich das soziale Bewusstsein zum größten Teil auf die eigene  Großfamilie.
Ein Grundschullehrer verdient ca. 75 € im Monat, ein Hochschullehrer etwa 400 €, ein Polizist der Sicherheitspolizei 45 €. Diese Zahlen sind nicht sehr aussagefähig ohne andere Bezugsgrößen. Daher ein paar Beispiele:  Ein Augenarztbesuch kostet ca. 7,50 €,  Mietkosten belaufen sich auf ca. 30 €, Transportkosten schlagen mit ca. 20 € monatlich zu Buche, ein Minimum für Lebensmittel muss mit 30 € veranschlagt werden. Das bedeutet, dass mit einem Einkommen die monatlichen Kosten für die Grundbedürfnisse kaum gedeckt sind und eine zweite Einnahmequelle zwingend notwendig ist.

Die Gesundheitsversorgung wird zwar vom Staat unterstützt; jedoch ist für einen großen Teil der Bevölkerung der Zugang zu Augenärzten ein Luxus, da nicht nur der Arztbesuch sondern auch die Fahrt dorthin Kosten verursacht.

Auch eine angemessene Grundbildung ist leider nicht für alle zugänglich. In einem Umfeld, in dem nicht genug für Bildung von gesunden Kindern zur Verfügung steht, gehören behinderte Kinder, die eine schulische oder berufliche Ausbildung erhalten, zu den Ausnahmen.  Ein wichtiges Anliegen von Salus Oculi Benin ist deshalb,  durch Information und Voruntersuchungen Sehbehinderungen zu vermeiden.

So haben Vorsorgeuntersuchungen in Koko (westliches Zentrum) und Materi (Nordwesten) gezeigt, dass Augenprobleme bei Kindern zum großen Teil auf mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Bei Erwachsenen werden die meisten Sehbinderungen durch das Eindringen von Fremdkörpern ins Auge sowie durch den Grauen Star (Trübung der Augenlinse) und den Grünen Star (Erkrankung des Sehnervs) hervorgerufen. In Koko wurde beobachtet, dass ein eklatanter Unterschied zwischen den Schülern einer kleinen Privatschule und der öffentlichen Schule bestand, wodurch deutlich wurde, dass das vielleicht wichtigste Element zur Vermeidung von Blindheit die Aufklärung ist.

Salus Oculi Benin hat deshalb sein Programm dahingehend erweitert, dass das Hygieneprogramm vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED) um den Punkt „Augenhygiene" erweitert wurde. Mit Hilfe  einer Orthoptistin und eines Augenarztes werden nun Lehrer über den Zusammenhang von Hygiene und Augenkrankheiten informiert. Diese Informationen werden dann im Unterricht  an die Schüler weitergegeben. Das mag für deutsche Ohren etwas eigenartig klingen - aber in Gegenden, in denen Wasser sehr knapp und damit kostbar ist, sind grundlegende Hygienemaßnahmen leider nicht  selbstverständlich. (Da wird durchaus ein als Rock gewickeltes Tuch sowohl zum Einwickeln von Geldscheinen und Münzen, zum Trocknen von Händen als auch zum Säubern des Gesichtes eines Säuglings benutzt, was sehr schnell zu Entzündungen führen kann).

All diese Aktivitäten führt Salus Oculi in Kooperation mit niedergelassenen beninischen Augenärzten durch, die für einen Bruchteil des üblichen Honorars arbeiten.

Finanziert wird Salus Oculi zum größten Teil vom Deutschen Blindenhilfswerk (DBHW). Punktuelle Unterstützung gibt es vom nationalen Programm zur Verhütung von Blindheit, von der Weltgesundheitsorganisation, von der   Deutschen Botschaft und dem Bürgerkomitee Steinhagen. Diese Hilfe ermöglicht eine kontinuierliche, über das ehrenamtliche Engagement hinausgehende Arbeit.

Das Ziel jedoch ist, Salus Oculi – trotz des humanitären Ansatzes - zu einer selbstständigen Struktur aufzubauen, in der die Fixkosten der Organisation durch beninische Einnahmen gedeckt werden. Dabei helfen:

  • Der jährlich organisierte Galaabend

  • Der Verkauf von Brillen (mit gespendeten Brillengestellen können einerseits Sehhilfen zu erschwinglichen Preisen angeboten und andererseits Einnahmen geschaffen werden)

  • Die Kooperation mit einem Labor, das Brillengläser günstig herstellt (auch neue Brillen sind hier wesentlich günstiger als beim Optiker)

  • Konsultationen in einer eigenen Praxis ( Augenärzte führen auf Honorarbasis Augenuntersuchungen durch)

Diese augenärztlichen Untersuchungen sollen ausgeweitet werden, um so einen umfassenden Zugang für Gering- und Normalverdiener zu einer augenärztlichen Versorgung zu ermöglichen. Dazu muss die bestehende Ausrüstung der Praxis noch wesentlich verbessert werden.

Angestrebt wird auch ein umfassenderes Angebot von subventionierten Reihenuntersuchungen in ländlichen Gebieten.

Schließlich wird langfristig  der Einsatz einer mobilen Augenarztpraxis angestrebt, um das Angebot augenärztlicher Versorgung auf dem Land zu verbessern.

Harald Kunter unterstützt die Arbeit des Vereins Salus Oculi Benin und der Vorsitzenden Gaby Gbegnonvi.

Ein Informationsblatt zu diesem Projekt können Sie sich gern für Ihren eigenen Bedarf hier ausdrucken.

Stand: Februar 2012

Die Praxis

Augenarzt-Helferin mit Besuch aus Steinhagen und Woerden

Sehtest - Reihenuntersuchungen zum halben Preis im Rahmen der Aktivitäten zum "Tag des weißen Stockes"

beim Aussuchen der passenden Brille

im Vorraum der Praxis

Aufklärungskampagne im dörflichen Bereich zusammen mit der WHO

wartende Patienten in Quinzaine

Blindenschule in Natitingou

Aufklärung in Soule - im Norden Benins

Kampagne in der Schule

Ortophtistin bei der Untersuchung eines Kindergartenkindes

Augenarzt bei der Untersuchung in einer Grundschule in Koko

Der Weg zu den Kampagnenorten ist oft nicht so einfach

Fundraising bei einer Gemäldeversteigerung auf einem Galaabend

Computerspende für einen blinden Studenten

Mofa-Taxi - erkennbar am gelben T-Shirt

Lastentransport auf dem Mofa - dem Hauptverkehrsmittel

Tankstelle

 

mit Kind und Kegel

Markt in Cotonou

 

Frauen kommen mit dem Boot zum Markt in der Lagune

 

geschälte Zitronen, gleich zum reinbeißen

 

Europa ist gleich nebenan

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